Street Art Geschichte

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Street Art Geschichte
Pioniere der Street Art. Von oben links nach oben rechts: Banksy, Harald Naegli, Blek le Rat. Von unten links nach unten rechts: Shepard Fairey, WK Interact, Keith Haring, Banksy



Ein genaues Datum für die Entstehung von Street Art ist nicht zu ermitteln, da sie sich in den verschiedensten Städten unterschiedlich entwickelte. In der Literatur werden verschiedene Kunstgenres als Vorreiter bzw. Einflussquelle angesehen. Von den Situationisten über Dadaismus bis hin zu Comics, der Punkbewegung und dem American Graffiti.

Street Art Entstehungsgeschichte

Das American Graffiti scheint den größten Einfluss in Street Art zu haben, weil es hier viele Parallelen gibt. Geht es doch auch bei Street Art darum sich die Stadt durch das Verteilen seiner Kunst zu eigen zu machen.

„What graffiti writing shares with street art is a basic sense of appropriation: making the city your own by claiming the space“ (Lewison 2008).

Das American Graffiti entstand Ende der 60er Jahre in New York, wo Jugendliche ausgedachte Namen an die Häuserwände malten. Mit Hilfe dieser „Nicknames“, erfanden sie eine neue Identität, die fortan in Form von „Tags“ an jeder Häuserfassade oder U-Bahn verewigt wurden .

Diese „Tags“ wurden immer einfallsreicher und wurden zusätzlich mit Logos versehen. Sie begannen, mit ihrem Namen zu experimentieren, setzten unterschiedliche Größen und Farben ein und entdeckten, dass sie mittels einer Sprühdose ihren Namen schnell und groß malen konnten. Dies war die Geburtsstunde des „Piece,“  des Graffiti wie wir es heute kennen: groß und bunt.

Fast zeitgleich entstanden in Paris erste Stencil und Plakate, meist mit politischer Aussage (Studentenrevolte). In Zürich tauchten 1977 die ersten Strichmännchen von HARALD NAEGLI auf, der bekannt wurde als Sprayer von Zürich  und in New York malte KEITH HARING 1980 seine ersten Kreidezeichnungen in der Untergrundbahn auf . Er gilt heute noch als großes Vorbild der Szene.




In den 1980er Jahren wurde das Pariser Stadtbild durch eine Flut von Schablonengraffiti, dem so genannten „Pochoir“, geprägt. Angeführt wurde dieser Eingriff in den öffentlichen Raum von dem Künstler BLEK. Seine ersten Motive waren Ratten, wodurch er den Spitznamen LE RAT (franz. Die Ratte) erhielt.

Shepard Fairey
Andre the Giant von Shepard Fairey
Quelle: thegiant.org

Jenseits des Atlantiks, in Los Angeles, begann 1989 der Street Art Künstler SHEPARD FAIREY mit seinem visuellen Obey Feldzug. Er entwickelte Plakate mit einem markanten Portrait von Andre the Giant und kombinierte sie mit dem Schriftzug OBEY (engl.Gehorchen), welche er dann massenhaft im städtischen Raum verklebte.Damit wollte er auf die Vermarktungsstrategien großer Unternehmen aufmerksam machen, deren Logos wir immer und immer wieder vor die Nase gesetzt bekommen.

Ende der 1990er Jahre begann der New Yorker Künstler WK INTERACT lebensgroße und überlebensgroße Figuren an die Wände zu malen oder sie ausgeschnitten auf Plakaten zu verkleben.

Fast zeitgleich war die Geburtsstunde des englischen Künstlers BANKSY, der

Banksy Rat
Banksy Rat in Melbourne
Quelle:Eigene

in Bristol und London seine Schablonen versprühte.

„Er agiert mit einer Bildsprache politischen Inhalts, um seine Meinung der Gesellschaft gegenüber kundzutun und auf Missstände in ihr aufmerksam zu machen“ (Krause/Heinicke, 2010).

Er wurde vor allem durch seine „Schablonenratten“ in seiner Heimatstadt Bristol bekannt. Später hat sich BANKSY, neben seinen Schablonen- Arbeiten, weltweit vor allem durch das ungefragte Aufhängen seiner Arbeiten in Museen wie dem British Museum oder der Tate Modern in London, dem Louvre in Paris oder dem Metropolitan Museum in New York einen Namen gemacht. Im British Museum hing eine Arbeit von ihm 8 Tage unbemerkt, mittlerweile wurde das Objekt in die Dauerausstellung aufgenommen.

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